| Mediationen
werden in verschiedenen Bereichen angewendet: Familienmediationen bspw.
zur Regelung von Scheidungsfragen, Wirtschaftsmediationen und Mediationen
bei Planungsvorhaben, wie der Planung zur B 10.
Die Methode der
Mediation (mediation: auf deutsch vermitteln) ist eine Vermittlung
zwischen unterschiedlichen Meinungen, Interessen und Positionen. Im allgemeinen
werden Planungen von Menschen oder Organisationen unterschiedlich beurteilt.
Je nachdem wo
sie ihre eigenen Schwerpunkte legen – im ökologischen, im wirtschaftlichen,
im politischen oder planerischen Bereich. Diese Unterschiede bergen das
Potenzial für Kontroversen und Konflikte, die je nach Intensität
zu einem öffentlichen Konflikt werden können.
In einer Mediation werden, und das ist eine Besonderheit, alle Interessenlagen
einbezogen. Praktisch heißt das, dass alle konfliktären Themenfelder
durch Vertreter der Mediationsgruppe repräsentiert sind und damit
in einem offenen und transparenten Austausch zur Sprache kommen.
Der Mediationsprozess wird dabei von Mediatoren gestaltet und geleitet.
Mediatoren sind zur unbedingten Neutralität verpflichtet. Sie strukturieren
und systematisieren die Inhalte, moderieren die Mediationsforen, sorgen
für Fairness und Transparenz und unterstützen die Beteiligten
dabei, mögliche Konsense zu einzelnen Aspekten, wie bspw. die Bewertung
einer erwarteten zukünftigen Entwicklung zu klären und sich
zu einigen. Nicht der Mediator legt die Ergebnisse fest, sondern die Mitglieder
der Mediation. Konsensorientierte Vermittlung bedeutet dabei nicht, einen
Konsens um jeden Preis zu erhalten. Verbleibende Dissense werden allerdings
begründet. Damit können Kontroversen differenziert betrachtet
und versachlicht werden. Man geht den Konflikten sozusagen auf ihren sachlichen
Grund.
Das spannende an einer Mediation ist, dass an einem „runden Tisch“
die Beteiligten alle Sichtweisen äußern. Diese Mehrperspektivensicht
ermöglicht es, alle Argumente zu einem einzelnen Aspekt, wie bspw.
die Wirkungen einer Planung auf Naturschutzräume, zu durchleuchten
und miteinander abzuwägen. Über das Verstehen anderer Ansichten
wird oftmals Verständnis erzeugt. Zum Teil werden auch Missverständnisse
ausgeräumt oder fehlende Informationen ergänzt, die zur Klärung
von Konflikten führen können.
Die Teilnahme an einer Mediation ist freiwillig. Ob es zur Lösung
von strittigen Fragen kommt, obliegt den Beteiligten. Es gibt keine Abstimmungen,
dass heißt keine Mehrheitsentscheidungen. Damit braucht niemand
befürchten, zu unterliegen.
Ein Konsens ist dann gegeben, wenn alle mit einem Ergebnis einverstanden
sind. Nach Klärung der relevanten Einzelthemen kann dann am Ende
des Prozesses ein Gesamtergebnis formuliert werden. Der prozessuale Charakter
ist ein wesentliches Merkmal einer Mediation. Es geht dabei um eine differenzierte
Behandlung aller Aspekte, nicht nur um das Grundsätzliche ja oder
nein. Diese grundsätzliche Entscheidung schält sich im Laufe
der Zeit heraus, auch wenn am Anfang von vielen schon die Antwort auf
diese Frage erwartet wird.
Geduld ist hier
gefragt, es bietet sich jedoch die Perspektive auf eine Lösung an,
die von den Beteiligten gemeinsam getragen wird. |